Reinhard Pfaffenbergs löbliches Tagebuch Archiv

 

 

15.07.2005

15.07.2005
06.15 Uhr Ich erwache unlöblichst und schwitze sehr. HEUREKA - die Hitze in den amerikanischen Südstaaten haut sogar den stärksten Rentner um - wie unlöblich. Ich habe wohl die löbliche Klimaanlage falsch temperiert.
06.45 Uhr Während ich mein Vollbad geniesse, blättere ich in einem Tennessee Reiseführer und informiere mich ganz genau über Memphis. Ich erfahre, dass diese Stadt mit ihren 700.000 Einwohnern die grösste in ganz Tennessee ist und als Geburtsstätte der Blues- (löblich: blaue Musik) und des Rock'n Roll Musik (löblich: Rollende Felsen Musik) bezeichnet wird. Schon am Anfang des 19. Jahrhunderts war Memphis das Zentrum der aufstrebenden Baumwollindustrie und der Landwirtschaft und schloss sich 1845 an das amerikanische Strassen- und Eisenbahnnetz an. Schon kurze Zeit später entwickelte sich Memphis zur sechstgrösste Stadt der USA - wie aufregend. Weltbekannt wurde Memphis nicht nur durch Herrn Elvis Presley, sondern auch durch die Ermordung des Baptistenpastors Martin Luther King am 4. April 1968. In den kommenden Jahren fanden Aufstände und Strassenkämpfe zwischen rivalisierenden schwarzen und weissen Bürgern statt, was zur Folge hatte, dass fast die ganze Innenstadt niederbrannte - wie unlöblich. Erst Mitte der Siebzigerjahre beruhigte sich die Lage und die Verantwortlichen begannen mit der Sanierung des Stadtkerns. Heute ist Memphis ein blühendes Beispiel amerikanischer Stadt- und Wirtschaftsplanung - wie aufregend.
08.00 Uhr Frisch angezogen greife ich zum Telefon und rufe im Zimmer von Herrn Wang an. Mein guter Freund meldet sich nach dem zweiten Klingeln und erzählt, dass er gerade die Zeitung studiert - wie schön. Da ich jetzt unbedingt das Eigenheim von Elvis Presley sehe möchte, dränge ich zur Abfahrt. Herr Wang beruhigt mich redlichst und sagt, dass wir zuerst das Frühstück einnehmen sollten - welch gute Idee.
08.30 Uhr Düdeldü - gutgelaunt treffe ich an der Rezeption ein und finde meinen Mitreisenden wartend vor - wie schön. Wir verschwenden keine Sekunde und streben unaufhaltsam nach Draussen. HEUREKA - Herr Wang meint, dass wir zur Union Avenue hinüberfahren und bei "Denny's" einkehren sollten - mir soll das ganz Recht sein.
09.00 Uhr Nach einer kurzen Fahrt von ca. 100 Metern parke ich den Blazer gekonnt vor dem Gasthof und springe gutgelaunt vom Fahrersitz.
09.15 Uhr Magenknurrend nehmen wir unsere Plätze direkt am Fenster ein und lassen uns von einer kleine Dennysmaid die Speisekarte bringen. HEUREKA - wir staunen nicht schlecht und wählen ein löbliches Frühstück namens "Meat Lovers Skillet" (löblich: Fleisch Liebhaber Platte). bestehend aus gebratenem Speck- und Schinkenstreifen, Landkartoffeln mit Sosse, Käse und zwei Rühreiern. Dazu wählen wir geröstetes Weissbrot (löblich: Toast), Kaffee und Orangensaft - das haben wir uns heute redlichst verdient.
09.30 Uhr Endlich wird das wichtigste Mahl des ganzen Tages serviert - wie schön. Ich greife sofort ordentlich zu und lasse es mir schmecken. Während wir speisen, erzählt Herr Wang Geschichten aus Naples und berichtet, dass Frau Goldsmith seit zirka einem Monat einen Verehrer hat. HEUREKA - angeblich handelt es sich bei diesem Herren um einen 74jährigen Rentner, der erst vor kurzem von New Jersey nach Naples gezogen ist - wie unlöblich. Herr Wang lacht laut und meint, dass die beiden wirklich gut zusammen passen - anscheinend ist der Unhold auch sehr kunstinteressiert.
10.00 Uhr Da ich heute die Spendierhosen anhabe, lade ich Herrn Wang grosszügigerweise zum Frühstück ein. Der gute Mann bedankt sich redlichst und verspricht, mich zum Abendessen einzuladen - wie schön. Wir verlassen gutgelaunt die Gaststätte und besteigen unseren Chevrolet Blazer - nun hält uns keiner mehr auf.
10.30 Uhr Zu löblichen Elvis Presley Klängen brausen wir die Autobahn 240 in Richtung Süden und biegen dann auf den Elvis Presley Boulevard ein. HEUREKA - schon von weitem macht uns ein Schild darauf aufmerksam, dass es bis nach Graceland nicht mehr weit ist - wie aufregend.
11.00 Uhr Endlich sind wir am Ziel. Ich parke unser Fahrzeug ordentlich auf einem ausgeschilderten Parkplatz und strebe dann unaufhaltsam zum Anwesen von Herrn Presley hinüber. Zu meiner Überraschung erfahre ich, dass man das Grundstück nicht einfach so betreten darf. HEUREKA - der Eintritt kostet sage und schreibe 25 DOLLARS und 20 ZENTS - wie unlöblich. Missgelaunt bezahlen wir die Rechnung und besteigen den Bus, der uns zum Eigenheim fahren wird.
11.30 Uhr Während der Fahrt erfahren wir, dass Herr Elvis das Anwesen Anfang der 70er Jahre erworben und viele glückliche Jahre in "Graceland" verbracht hat. Leider verstarb der löbliche Mann am 16. August 1977 im Alter von nur 42 Jahren - wie traurig.
11.45 Uhr Wir treffen am Haus ein und betreten das Gebäude umgehend. Als erstes finden wir uns in der Eingangshalle wieder und sehen löbliche Gewänder und ausgewählte Möbelstücke des grossen Musikanten - wie aufregend. HEUREKA - leider hatte der gute Mann einen schrecklichen Geschmack.
12.00 Uhr Als nächstes wandern wir in einen weiteren Ausstellungsraum und sehen wertvolle Auszeichnungen und goldenen Schallplatten, die Herr Presley während seiner unglaublichen Karriere sammeln konnte.
12.30 Uhr HEUREKA - mit den anderen Besuchern treten wir auf die Terrasse und sehen uns im "Medidations Garden" (löblich: Entspannungsgarten) um. Hier stossen wir auch auf das blumenumrandete Grab von ELVIS - wie aufregend. Ich schiesse sofort mehrere Fotos und berühre die Grabstätte andächtig.
13.15 Uhr Zum Abschluss der Führung geht es jetzt in den Wohn, Arbeits- und Sportbereich ins Haus zurück. HEUREKA - diesen Luxus muss man gesehen haben. Ein armer Rentner mit einer kleinen Rente von nur 2.900 EUROS kann von solch einem Reichtum nur träumen.
13.45 Uhr Bevor wir das Anwesen wieder verlassen, gehen wir zum Eingangstor hinunter und sehen, wie viele Besucher mit Filzstiften die Grundstücksmauer verschmieren. HEUREKA - natürlich schreite ich beherzt ein und erkläre den Rabauken, dass man fremdes Eigentum nicht beschädigen darf. Leider ohne Erfolg - keiner will auf mich hören.
14.00 Uhr Verärgert überqueren wir die Strasse und finden uns vor den beiden Flugzeugen von Herrn Presley wieder. HEUREKA - diese Vögel muss man gesehen haben. Angeblich benutzte Herr Elvis die Maschinen sogar für spontane Ausflüge durchs ganze Land, nur um zum Abendessen zu fliegen - wie aufregend. Auf einem Flugzeug stehen die Buchstaben "TCB". Herr Wang erklärt, dass dies die Abkürzung für "Take care of Business" (löblich: Kümmere Dich um das Geschäft) ist - wie Recht Herr Presley doch hatte.
14.45 Uhr HEUREKA - auch das Innenleben des grossen Flugzeugs begeistert mich sehr. Hier findet man sogar eine komplettes Schlafzimmer mit angeschlossenem Badezimmer - wie aufregend.
15.30 Uhr Wir beenden unseren Ausflug und besuchen den Andenkenladen. Hier gibt es neben Plastikschnickschnack sogar formschöne Zuckerlöffel - wie schön. Ich kann nicht widerstehen und erwerbe zwei Löffel für Frau Mars und Sandra - die beiden werden Augen machen.
16.00 Uhr Nun wird es aber langsam Zeit für die Rückfahrt nach Nashville. Zuerst statten wir einer löbliche Tankstelle einen kleinen Besuch ab und erwerben eine kleine Brotzeit und Getränke für die lange Fahrt. Während ich mir eine delikate Thunfischsemmel und eine Dr. Pepper Brause schmecken lasse, klemmt sich Herr Wang hinters Steuer und braust mit hoher Geschwindigkeit gen Osten - der Ausflug nach Memphis hat sich wirklich gelohnt.
16.15 Uhr Als wir aus der Stadt herausfahren, hat Herr Wang eine blendende Idee und meint, dass wir vielleicht doch einen Abstecher nach Lynchburg machen sollten. HEUREKA - da ich immer schon wissen wollte, wie wohlschmeckender Whisky hergestellt wird, erkläre ich mich einverstanden, die weltbekannte Whiskybrauerei von Jack Daniels anzusteuern. Herr Wang freut sich sehr und lenkt den Blazer umgehend auf die Landstrasse 64 - wie aufregend.
17.00 Uhr Wir brausen durch dichtbewaldetes Gebiet und erfreuen uns an der schönen Landschaft. Herr Wang ist ebenfalls erfreut und erzählt, dass Tennessee bekannt für seine Wälder und seltenen Gewächse ist - wie aufregend.
18.00 Uhr HEUREKA - die lange Fahrt treibt mich noch in den Wahnsinn. Ich blicke däumchendrehend aus dem Fenster und sehe nichts ausser Wälder, Berge und vereinzelte Bauernhöfe am Strassenrand. Als ich laut gähne, meint Herr Wang, dass wir uns nun eine schöne Herberge für die Nacht suchen sollten - ich stimme zu und schlage gekonnt den Strassenatlas auf. Natürlich finde ich mich sofort zurecht und erkläre, dass wir bald in der kleinen Ortschaft Pulaski eintreffen werden.
18.30 Uhr Endlich sind wir am Ziel. Wir steuern ein schmuckes Motel namens "Comfort Inn Pulaski" an und stellen unseren Wagen löblichst auf dem Parkplatz ab. HEUREKA - schnell springe ich heraus und steuere mit meinem Koffer die Rezeption an.
18.45 Uhr HEUREKA - als mir der tschipsverzehrende Schnösel hinter dem Tresen ein Zimmer für 129 DOLLARS vermieten will, platzt mir fast der Kragen. Ich deute entnervt auf meine wertvolle ROLEX und erkläre dem Herren, dass ich ein armer Rentner bin und endlich zur Ruhe kommen möchte. Der Depp gibt klein bei und meint, dass ich zwei Zimmer für jeweils 89,99 DOLLARS haben kann - wie schön.
19.00 Uhr Während Herr Wang die Rechnung mit seiner unlöblichen Amerikanischen Schnellkarte bezahlt, schleppe ich meinen Koffer zu Raum Nr. 107 und falle müde ins Bett.
20.00 Uhr Herr Wang klopft aufgeregt an meine Türe und meint, dass wir nun das hoteleigene Gasthaus aufsuchen sollten - wie schön. Gemeinsam streben wir zum Hauptgebäude hinüber und nehmen im Lokal platz. Ich studiere die Speisekarte ganz genau und entscheide mich für ein wohlschmeckendes Bier namens "Miller" und eine Fleischpflanzerlsemmel (unlöblich: Cheeseburger) mit Käse, Kartoffelstäben und Salat. Herr Wang nimmt ein fast rohes Schnitzel (unlöblich: Steak) mit verschiedenen Gemüsen und Bratkartoffeln - wie schön.
20.30 Uhr Wir lassen und das delikate Abendessen redlichst munden und planen den morgigen Tag. Herr Wang sagt, dass wir schon um 09.00 Uhr aufbrechen und schnurstracks nach Lynchburg fahren sollten - mir soll das ganz recht sein. HEUREKA - nach diesem anstrengenden Tag freue ich mich nur noch auf mein Bett.
21.30 Uhr Nachdem wir weitere Biere getrunken haben, übernimmt Herr Wang freundlicherweise die Rechnung. Anschliessend kehre ich erschöpft auf mein Zimmer zurück und gehe sofort ins Bett. Gute Nacht.

Das Willkommensschild von Graceland:

http://pfaffenberg.permuda.net/graceland.jpg

Bericht: Unlöbliche Zahlungsmittel:

http://pfaffenberg.permuda.net/zahlen.html

Frühstück bei "Denny's" - die Heimseite des Gasthauses:

http://www.dennys.com/

Unser Motel in Pulaski:

http://www.showhotel.com/comfort/3847801/

 

verfasst von Reinhard Pfaffenberg am 15.07.2005
© Reinhard Pfaffenberg