Reinhard Pfaffenbergs löbliches Tagebuch Archiv

 

 

14.07.2005

14.07.2005
06.30 Uhr Ich erwache löblichst und freue mich sehr auf die Fahrt nach Memphis. HEUREKA - endlich werde ich das schöne Eigenheim von Herrn Elvis Presley sehen.
07.00 Uhr Nachdem ich die Morgengymnastik am geöffneten Fenster absolviert habe, nehme ich eine kalte Dusche und wasche mich ordentlich. Anschliessend ziehe ich mich an und rufe im Zimmer meines Neffen an. Der gute Junge meldet sich verschlafen und klagt über Kopfschmerzen. Ich tröste James redlichst und erkläre ihm, dass wir jetzt nach Memphis aufbrechen werden. James ist überrascht und wünscht mir eine schöne Reise. Ferner lädt er mich für Sonntag Abend zu einer Grillfeier aufs Land ein. Angeblich veranstaltet sein Produzent ein löbliches Barbecue mit Grillvergnügen und Freibier - wie aufregend.
08.00 Uhr Pünktlich auf die Minute treffe ich in der Hotelhalle ein und finde Herrn Wang zeitungslesend vor. Ich begrüsse den Herren freundlichst und strebe dann unaufhaltsam in den Frühstücksraum.
08.30 Uhr Während wir uns das wichtigste Mahl des ganzen Tages munden lassen, erzählt Herr Wang, dass wir gleich auf der Interstate 40 nach Memphis reisen werden - wie aufregend. Ich erfahre, dass diese Strasse eine der grossen Ost-West Verbindungen ist und sich über sage und schreibe acht Bundesstaaten erstreckt. Herr Wang blättert in seinem aktuellen Strassenatlas und gibt mir zu verstehen, dass die I-40 in Barstow, Kalifornien beginnt und in Wilmington, Nord Karolina endet. HEUREKA - Deutschland kann von solch einem modernen Strassennetz nur träumen.
09.00 Uhr Nun kann die Reise beginnen - ich schwinge mich locker hinters Lenkrad des Chevrolet Blazer und lasse den Motor ordentlich aufheulen. Bevor wir auf die Interstate (löblich: Autobahn) fahren, statten wir einer kleinen Tankstelle einen Besuch ab. Während Herr Wang das Fahrzeug auftankt und den Ölstand kontrolliert, kümmere ich mich um das kulinarische Wohl und erwerbe mehrere Dosen Koka Kola Licht und Dr. Pepper, wohlschmeckende Thunfischsandwiches (löblich: Thunfischbrote) sowie einen Big-Red-Kaugummi (löblich: Gross-Rot-Kaugummi).
09.30 Uhr Jetzt kann es endlich los gehen. Ich lenke das Fahrzeug auf die Interstate 40 und gebe redlichst Gas. Laut Strassenatlas dürfte die Fahrt nach Memphis nicht länger als dreieinhalb Stunden dauern. Herr Wang dreht das Radio auf und hat schon bald einen löblichen Landmusiksender gefunden. Landmusiksuperstern Alan Jackson singt "Little Man" (löbliche: Kleiner Mann) und sorgt für gute Laune. Wir singen redlichst mit und geniessen die Fahrt durch den wunderschönen Staat Tennessee.
10.15 Uhr Herr Wang erzählt, dass wir auf der Rückfahrt nach Nashville der löblichen Schnapsdistillerie von Jack Daniels einen Besuch abstatten könnten. Angeblich wird dort eine interessante Führung angeboten - wie aufregend.
11.30 Uhr HEUREKA - langsam bekomme ich Hunger. Herr Wang meint, dass wir in der nächsten grösseren Stadt namens Jackson eine Pause einlegen könnten. Ich stimme selbstverständlich zu und halte Ausschau nach löblichen Gaststätten.
11.45 Uhr Fachmännisch steuere ich den Chevrolet von der Autobahn und nehme Kurs auf ein löbliches Lokal namens "Jenny's Restaurant". Magenknurrend parke ich das Fahrzeug auf einem Parkplatz direkt vor dem Eingang und freue mich auf ein reichhaltiges Mittagessen.
12.15 Uhr Wir sitzen kokakolatrinkend direkt am Fenster und bestellen "Italien Chicken Melt" (löblich: Geschmolzenes Italienisches Huhn) und keusche Salate. Beim Hauptgericht handelt es sich um ein goldbraun herausgebackendes Hühnerbrustfilet mit Käse überbackenen Knoblauchbrot - schmeckt gar nicht schlecht, Herr Specht.
12.30 Uhr Während wir redlichst speisen, sagt Herr Wang, dass wir wohl am besten in Memphis übernachten sollten, um uns morgen in aller Ruhe Elvis Presleys Eigenheim zu widmen - das soll mir ganz Recht sein. Bei dieser grossen Hitze sollte man sowieso etwas kürzer treten.
13.00 Uhr Endlich können wir die Fahrt nach Memphis fortsetzen. Herr Wang hat das Steuer übernommen und lenkt den Wagen redlichst in Richtung Westen - wie schön. Wir brausen mit hoher Geschwindigkeit durch ein County namens Haywood und nähern uns unaufhaltsam einer kleinen Ortschaft namens Stanton.
13.30 Uhr Da die Sonne unaufhörlich herab scheint, drehe ich die Klimaanlage auf die höchste Stufe und lasse mir eine kühle Dose Dr. Pepper munden. Herr Wang folgt meinem Beispiel und stösst mit mir redlichst an. Um die Fahrzeit etwas zu verkürzen, stimme ich ausserdem ein schönes G'stanzl an und singe das lustige Lied von der frischen Mass:

A frische Mass Bier
und an Foam an weissn,
heut gehn ma net hoam,
bis uns aussischmeissn

14.00 Uhr Herr Wang blickt mich fragend an und will wissen, woher dieses schöne Lied stammt. Natürlich plaudere ich aus dem Nähkästchen und erkläre ihm, dass es sich bei G'stanzl um einen bayerischen Mundartgesang handelt. Herr Wang ist begeistert und versucht sich ebenfalls an dieser Sangeskunst - leider ohne Erfolg.
15.00 Uhr HEUREKA - die Himmelslinie (unlöblich: Skyline) von Memphis zeichnet sich nun am Horizont ab - wie aufregend. Da Herr Wang ein erfahrener Reisender ist, meint er, dass wir in ein "Wyndham Garden Motel" eintschecken sollten - wie aufregend. Der nette Mann steuert das Fahrzeug durch den dichten Verkehr über den Fluss Mississipi und fährt zielstrebig die Second Street (löblich: Zweite Strasse) an - wie aufregend.
15.30 Uhr Endlich treffen wir am Ziel ein. Verschwitzt springe ich aus dem Wagen und eile zur Rezeption. Eine blauhaarige Wyndhammaid namens Deborah begrüsst mich freundlichst mit den Worten "May I help you". Ich erkläre der Dame, dass ich Reinhard Pfaffenberg bin und zwei löbliche Einzelzimmer für die Nacht benötige. Die kleine Dame schaut in ihren Heimrechner und erklärt, dass sie mir zwei schöne Zimmer für je 90 DOLLARS anbieten kann. HEUREKA - ich frage nach einem Rentnertarif - leider ohne Erfolg.
16.15 Uhr Nachdem wir redlichst eingetscheckt haben, schleppe ich meinen Koffer auf mein Zimmer im zweiten Stock. Ich lasse mich erschöpft aufs Bett fallen und genehmige mir ein kleines Nickerchen - das habe ich mir nach dieser anstrengenden Fahrt redlichst verdient. HEUREKA - ich träume von kalten Wintermonaten im Waldweg 7 und vom Musikantenstadl.
18.00 Uhr Lautes und sehr aggressives Telefonklingeln weckt mich unlöblichst. Herr Wang ist in der Leitung und erzählt, dass ihm der Heini an der Rezeption ein wunderschönes Grillrestaurant namens "Neely's Bar-B-Que Restaurant" empfohlen hat - wie aufregend. Wir werden uns um 19.00 Uhr an der Rezeption treffen.
19.00 Uhr Nachdem ich eine modische Tschiens und ein blaues Polohemd angezogen habe, strebe ich unaufhaltsam in die Halle. Herr Wang wartet bereits ungeduldig und drängt zur Abfahrt. Ich erkläre Herrn Wang, dass wir die wenigen Meter zur Gaststätte ja wohl zu Fuss bewältigen können. Mein Begleiter ist jedoch anderer Meinung und will lieber fahren.
19.15 Uhr Wir steigen in ein löbliches Taxi und lassen uns die dreihundert Meter zum Gasthaus fahren. HEUREKA - obwohl das Restaurant von aussen nicht den besten Eindruck macht, scheint es sich trotzdem um einen Geheimtipp zu handeln. Der Taxifahrer ist wegen der kurzen Fahrt verärgert und meint, dass wir doch wohl nicht fusskrank sind. Herr Wang winkt ab und drückt dem netten Mann einen zehn Dollar Schein in die Hand - wie weltmännisch.
19.30 Uhr Als wir das Gasthaus betreten, steigt mir sofort löblicher Grillduft in die Nase und lässt mir das Wasser im Munde zusammen laufen. Eine rothaarige Maid führt uns zu einem schönen Tisch direkt neben der Schenke (unlöblich: Bar) und kredenzt uns die Speisekarten. HEUREKA - diese Auswahl muss man wirklich gesehen haben. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt - wie schön. Wir bestellen kühle Budweiser Biere und wählen "Beef Rib Dinner" (löblich: Rindfleisch Rippen Abendessen) mit Kartoffelspalten und Salat - das haben wir uns redlichst verdient.
19.45 Uhr HEUREKA - endlich wird das reichhaltige Essen serviert. Ich lasse mir das saftige Fleisch redlichst schmecken und plaudere mit Herrn Wang über den morgigen Besuch in "Graceland" (löblich: Anmutland). Herr Wang sagt, dass er dieses Anwesen zum letzten Mal vor elf Jahren besucht hat - wie aufregend.
20.15 Uhr Wir lassen das Bier in Strömen fliessen und verbringen einen lustigen Abend in diesem extraordinären Gasthaus. Zum Abschluss des Abends bestellen wir noch zwei Apfelkuchen mit Sahne und Kaffee - das schmeckt.
21.00 Uhr Da ich leider meine Geldbörse im Motel vergessen habe, bezahlt Herr Wang die Rechnung und gibt ein anständiges Trinkgeld - wie schön.
21.30 Uhr Zurück im Motel, ziehe ich mich sofort auf mein Zimmer zurück und nehme eine kalte Dusche. Anschliessend gehe ich ins Bett und lese noch etwas im aktuellen Buch von Papst Benedikt XVI. Gute Nacht.


Unsere Fahrt nach Memphis:

http://pfaffenberg.permuda.net/nashmem.jpg

Das löbliche Neely's Bar-B-Que Restaurant:

http://pfaffenberg.permuda.net/neelyslogo.gif

Heimseite des Neely's Bar-B-Que Restaurant:

http://www.neelysbbq.com/home.htm

Das Wyndham Garden Motel:

http://www.wyndhamgardenmemphis.com/

 

verfasst von Reinhard Pfaffenberg am 14.07.2005
© Reinhard Pfaffenberg