Reinhard Pfaffenbergs löbliches Tagebuch Archiv

 

 

11.07.2005

11.07.2005
06.30 Uhr Ich werde durch die kühle Luft der Klimaanlage geweckt und springe mit Elan aus den Federn - wie schön. Nachdem ich den Fernseher aktiviert habe, absolviere ich die Morgengymnastik am Fenster und stähle meinen Körper redlichst. Nebenbei lausche ich dem Nachrichtenprogramm von CNN und erfahre, dass der Wirbelsturm "Dennis" Kuba passiert hat und nun unaufhaltsam Kurs auf Florida und Louisiana nimmt - wie unlöblich. Hoffentlich verschont der Sturm das Ferienhaus meines Bruders in Naples.
07.00 Uhr Düdeldü - bevor ich den Tag richtig beginne, darf ein schönes Vollbad natürlich nicht fehlen. Ich lege mich entspannt in die Wanne und wasche mich ordentlich. Ferner blättere ich im Reiseführer und plane den heutigen Tag ganz genau. Ich erfahre, dass man unbedingt das Staatskapitol, sowie den Farmers Markt besuchen sollte - wie aufregend. HEUREKA - angeblich werden auf besagtem Markt wohlschmeckende Spezialitäten wie Empanadas (löblich: Teigtaschen) und Muffalettas (löblich: Wurstbrote) feilgeboten - wie schön.
08.00 Uhr Ich steige redlichst aus der Wanne und ziehe mich sofort an. Heute wähle ich eine moderne Tschiens, ein modernes Hawaiihemd, sowie meine edlen Kuhjungenstiefel, die ich vor Jahren in South Carolina (löblich: Süd Karolina) erstanden habe - löbliches Schuhwerk ist nämlich gerade in der heutigen Zeit sehr wichtig.
08.30 Uhr Ich greife zum Telefon und rufe im Zimmer von James an. Der gute Junge meldet sich verschlafen und erzählt, dass gestern am späten Abend die restlichen Musikanten seiner Kombo im Hotel eingetroffen sind - wie aufregend. Schon heute werden die Kinder ins Studio gehen und mit der Arbeit an der neuen Kompaktscheibe beginnen. Ich verabrede mich für 10.00 Uhr im Frühstücksraum und beende dann das Telefonat.
09.00 Uhr Laut pfeifend verlasse ich mein luxuriöses Zimmer und fahre mit dem Aufzug in den zweiten Stock hinunter. Gutgelaunt kehre ich in den hoteleigenen Internetzraum ein und nehme an einem Heimrechner platz. Ich stelle die Verbindung gekonnt her und besuche meine löbliche Heimseite. Als ich einen Blick ins Gästebuch werfe, trifft mich fast der Schlag - Dutzende Hasseinträge von ungehobelten Personen treiben mich schier in den Wahnsinn. Ich lösche den Unsinn sofort und sorge auf meinem Internetzauftritt für Zucht und Ordnung. Zu guter Letzt besuche ich noch die informative Heimseite von N-TV.de und lese die aktuellen Nachrichten aus der Heimat. Ich erfahre, dass die redliche CDU/CSU Koalition heute ihr Wahlprogramm veröffentlicht hat und komme aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. Frau Dr. Merkel erklärte in Berlin, dass es nach einem Wahlsieg der löblichen CDU/CSU weitreichende Einschnitte in den Kündigungsschutz, in die Tarifautonomie und ferner Steuererleichterungen geben wird - wie schön. Natürlich laufen die Gewerkschaften jetzt schon Sturm und stellen sich gegen die geplanten Neuerungen - wie unlöblich. Auch unser Bundeskanzler Schröder lässt kein gutes Haar an der Opposition und sagte auf dem SPD-Landesparteitag in Hannover folgenden Satz: "Es sei eine Groteske, die Penner von gestern den Aufbruch von morgen gestalten zu lassen". HEUREKA - wo soll das noch hinführen. Der Depp sollte am besten sein Schandmaul halten und zu seinen eigenen Fehlern stehen. Rekordbürokratie, Rekordarbeitslosigkeit, Rekordverschuldung, rekordverdächtige Sozialausgaben, eine depressive Konsum- und Investitionsstimmung, eine stagnierende Binnenwirtschaft und das Scheitern der EU-Verfassung sind nur der Rot-Grünen Kaoskombo zuzuschreiben.
09.45 Uhr Verärgert gehe ich von der Leine und verlasse den Raum auf schnellstem Weg. Ich wandere in das Erdgeschoss hinab und finde James und seine Musikkollegen Zeitungslesend in der Hotelhalle vor - wie schön.
10.00 Uhr Nachdem ich die Kinder freundlichst begrüsst habe, können wir endlich frühstücken. Ich lade meinen Teller am Büffet ordentlich voll und frage James nach dem Rechten. Mein Neffe lässt sich sein Müsli redlichst munden und erzählt, dass die Aufnahmen heute um 16.00 Uhr in den "Southern Tracks" Musikstudios beginnen werden. HEUREKA - da ich mich für James Arbeit sehr interessiere, erkläre ich dem Jungen, dass ich mitfahren und die Aufnahmen löblichst überwachen werde. James ist einverstanden und meint, dass ich um Punkt 15.30 Uhr vor dem Hotel erscheinen soll - wie schön.
10.30 Uhr Nach dem reichhaltigen Frühstück verabschiede ich mich redlichst und besteige mein schönes Fahrzeug. Gekonnt starte ich den Motor und brause mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Innenstadt. HEUREKA - in der Stadt herrscht heute besonders dichter Verkehr. Ich schlängle mich vorsichtig durch die Blechlawine und drücke mehrmals auf die Hupe.
11.15 Uhr Endlich treffe ich vor dem Tennessee State Capitol (löblich: Tennessee Staatskapitol) ein und parke das Fahrzeug direkt vor dem Eingang. HEUREKA - leider hat ein löblicher Polizeibeamter etwas dagegen. Ein haushoher Scherriff von mindestens 175 Kilogramm stellt sich mir in den Weg und erklärt schroff, dass ich mein Fahrzeug nicht vor dem Kapitol parken darf - wie unlöblich. Ich erkläre dem Herren, dass ich Reinhard Pfaffenberg heisse und direkt aus Bayern komme - leider ohne Erfolg. Der Beamte bleibt bei seiner Meinung und verlangt nun auch noch meinen Führerschein und die Fahrzeugpapiere - wie unlöblich. Da ich bekanntlich nie die Führerscheinprüfung abgelegt habe, gebe ich mich als hilfloser Tourist aus und sage: "Ich nix verstehen". Der Beamte ist genervt und winkt mich durch - welch ein Glück.
11.30 Uhr HEUREKA - das ist gerade noch einmal gut gegangen. Ich steuere das Fahrzeug einige Hundert Meter weiter und parke dann auf einem öffentlichen Parkplatz.
12.00 Uhr Nun treffe ich endlich vor dem Staatskapitol ein und begutachte das Gebäude ganz genau. Auf einer Informationstafel erfahre ich, dass das Gebäude im Jahre 1845 erbaut wurde und seitdem die Regierung des Staates Tennessee beheimatet - wie aufregend.
12.30 Uhr Nachdem ich das Kapitol umrundet habe, strebe ich unaufhaltsam in Richtung Norden und treffe kurze Zeit später auf dem "Farmers Market" (löblich: Bauernmarkt) ein. HEUREKA - diesen Markt muss man einfach besucht haben. Neben löblichen Musikanten werden hier auch allerhand Lebensmittel und Gaumenfreuden feilgeboten - der Münchner Viktualienmarkt lässt grüssen. Als erstes erwerbe ich ein schönes Stück Honigmelone und lasse mir das Schmankerl zu einer kühlen Dr. Pepper Brause munden.
13.00 Uhr Ich spaziere an den Ständen vorbei und begutachte die Auslagen ganz genau. Neben exotischen Früchten aus aller Herren Länder und Plastikspielzeug aus China werden hier sogar lebende Hühner und Truthähne verkauft - wie aufregend. Vielleicht sollte ich ein Huhn kaufen und dem Tier die Freiheit schenken. HEUREKA - als ich die Preise genau studiert habe, verwerfe ich den Gedanken ganz schnell. Ein Huhn für 18 DOLLARS kann ich mir beim besten Willen nicht leisten - wie schade.
13.45 Uhr Beim Blick auf meine ROLEX stelle ich fest, dass ich das Mittagessen ganz vergessen habe - wie unlöblich. An einem löblichen Brotzeitstand steigt mir ein wunderbarer Duft in die Nase. HEUREKA - nun kaufe ich doch noch ein Huhn - allerdings befindet sich das Tier im gebratenen Zustand. Ich entscheide mich für zwei delikate Schenkel mit hausgemachten Kartoffelspalten und scharfer Sosse. Ich lasse mir die Brotzeit im Stehen schmecken und trinke eine kühle Dose Koka Kola dazu.
14.30 Uhr Endlich nehme ich wieder im Chevrolet Blazer platz und starte den Motor. Zielsicher steuere ich den Wagen in Richtung Hotel und höre im Radio das stimmungsvolle Elvis Presley Lied "Blue Suede Shoes" (löblich: Blaue Wildlederschuhe) - welch löbliche Schuhe. Ich singe laut mit und verspeise nebenbei einen gesunden SNICKERS Riegel.
15.00 Uhr Zurück im Hotel nehme ich in der Lobby (löblich: Hotelhalle) platz und lese die Zeitung USA Today (löblich: USA Heute). Auf der Wetterseite erfahre ich, dass sich die Temperaturen hier in Nashville die ganze Woche um die 30°C bewegen werden. Ausserdem können wir mit Gewittern rechnen - wie unlöblich.
15.30 Uhr Endlich kommen James und Herr Sam Dietz daher und sagen, dass die Bande bereit zur Abfahrt ist - das soll mir ganz Recht sein. Wir verlassen gemeinsam das Hotel und besteigen einen Kleinbus der Marke Ford und fahren dann in Richtung Süden los - wie aufregend.
15.45 Uhr Wir kommen an einem grossen Einkaufszentrum namens "100 Oaks Mall" (löblich: Hundert Eichen Einkaufszentrum) vorbei und biegen dann auf den Parkplatz vor einem Flachbau ab. Anscheinend handelt es sich bei diesem unscheinbaren Gebäude um die "Southern Tracks Studios" - wie schön.
16.00 Uhr Im Studio werden wir von einem pferdebeschwänzten Heini namens Alan begrüsst und in den hinteren Teil des Gebäudes geführt. Während James und seine Kollegen redlichst im Aufnahmeraum platz nehmen, sitze ich zusammen mit Herrn Alan und einem anderen Techniker hinter einer dicken Glasscheibe inmitten beeindruckender technischer Gerätschaften - wie aufregend. Von dem Fachchinesisch, das Herr Alan in die Gegensprechanlage plappert, verstehe ich leider kein einziges Wort.
16.30 Uhr HEUREKA - anstatt redlichst ein stimmungsvolles Lied zu präsentieren, spielen die Musiker meist nur einzeln und immer die gleiche Sequenz. Ich betätige die Gegensprechanlage und fordere James auf, endlich ordentlich zu spielen - leider ohne Erfolg. Herr Alan sagt, dass die ersten Aufnahmen leider sehr unspektakulär sind - wie schade. Ich lehne mich kaffeetrinkend zurück und höre mir das Gedudel weiter an.
17.15 Uhr Jetzt wird es mir zu bunt. Ich verabschiede mich redlichst von Herrn Alan und winke James zum Abschied zu. Danach verlasse ich das Studio und spaziere gemütlich zum Einkaufszentrum hinüber.
17.45 Uhr Düdeldü - ich halte mich nicht lange mit den Auslagen der Geschäfte auf, sondern strebe sofort dem sogenannten "Food Court" (löblich: Nahrungsmittelhof ) zu. Ich fackle nicht lange und kaufe mir eine schöne Salamipizza mit Salat - wie gut das duftet. Während ich mir die italienischen Spezialitäten redlichst schmecken lasse, blättere ich in einer Informationsbroschüre über das Einkaufszentrum. Ich erfahre, dass diese Lokalität über unglaubliche 750.000 Fuss² (ca. 70.000 m²) verfügt. Ferner befindet sich mit "Hollywood 27" das zweitgrösste Lichtspielhaus des Landes auf diesem Gelände - wie aufregend.
18.30 Uhr Vor dem Einkaufszentrum finde ich glücklicherweise ein löbliches Taxi vor. Ich springe auf den Rücksitz und lasse mich zurück zum Marriott Hotel kutschieren. Nach etwa vier Meilen treffen wir vor meiner Herberge ein und ich bezahle den freundlichen Fahrer redlichst - selbstverständlich darf ein grosszügiges Trinkgeld nicht fehlen.
19.00 Uhr An einem Kiosk neben der Rezeption erwerbe ich noch eine Packung Kartoffeltschips, sowie eine Dose Koka Kola und ziehe mich dann auf mein Zimmer im 7. Stock zurück.
20.00 Uhr Frisch geduscht und rasiert nehme ich entspannt am Schreibtisch platz und freue mich auf den löblichen Fernsehabend. Heute entscheide ich mich für einen löblichen Spielfilm namens "Hello, Dolly" aus dem Jahre 1969. Löbliche Schauspieler wie Barbara Streisand, Walter Matthau und Michael Crawford sind Garanten für redliche Unterhaltung.
21.30 Uhr Ich bin müde und mir fallen schon die Augen zu. Nachdem ich das moderne Fernsehgerät abgeschaltet habe, gehe ich zufrieden ins Bett. Gute Nacht.

Das Kapitol von Nashville:

http://pfaffenberg.permuda.net/capitalnashville.jpg

Bericht: Löbliche Schuhe:

http://pfaffenberg.permuda.net/schuhe.html

Mein Anschnur Gästebuch:

http://two.guestbook.de/gb.cgi?gid=626861&prot=bprirl

 

verfasst von Reinhard Pfaffenberg am 11.07.2005
© Reinhard Pfaffenberg