Reinhard Pfaffenbergs löbliches Tagebuch Archiv

 

 

10.07.2005

10.07.2005
05.00 Uhr Ich erwache unlöblichst und habe überhaupt keine Orientierung. Schnell blicke ich aus dem Fenster und bemerke, dass ich mich in der "Music City USA" (löblich: Musikstadt USA) namens Nashville befinde - wie aufregend.
05.30 Uhr Nachdem ich mich redlichst gestreckt habe, schalte ich meinen Weltempfänger ein und suche das Radioprogramm von BAYERN 2 - leider ohne Erfolg. Stattdessen wähle ich einen örtlichen Landmusiksender namens "WDBL 94.3" und erfreue mich an den stimmungsvollen Liedern - wie schön. Anschliessend nehme ich ein schönes Vollbad und wasche mich ordentlich.
06.30 Uhr Als ich schwungvoll aus der Wanne hüpfe, klingelt das Telefon laut und sehr aggressiv - wie unlöblich. James ist in der Leitung und wünscht mir einen guten Morgen. Ich erfahre, dass mein Neffe nicht mehr schlafen kann und nun einen Dauerlauf um das Hotelgelände unternehmen wird - wie aufregend. Ferner verabreden wir uns für 08.00 Uhr im hoteleigenen Restaurant zum gemeinsamen Frühstück.
07.15 Uhr Düdeldü - ich verlasse laut pfeifend mein Zimmer im siebten Stock und fahre mit dem Aufzug nach unten. Als erstes gehe ich an die Rezeption und erkundige mich, ob es im Hotel einen Internetzraum für Hotelgäste gibt. Ein freundliches Hotelfräulein erklärt, dass im zweiten Stock ein Internetzraum zur Verfügung steht - wie schön. Sofort eile ich nach oben und sehe nach dem Rechten.
07.30 Uhr Ich nehme vor einem Heimrechner platz und stelle gekonnt die Internetzverbindung her, um meine löbliche Heimseite zu besuchen. Ausserdem schreibe ich zwei E-Briefe an meine Untermieterin Sandra und Prof. Edelbert Kuhn. HEUREKA - die beiden werden Augen machen.
08.00 Uhr Pünktlich auf die Minute finde ich mich vor dem hoteleigenen Frühstücksraum namens "Concierge Lounge" ein und warte auf meinen Neffen - leider vergeblich.
08.15 Uhr Erst mit fünfzehnminütiger Verspätung treffen James und Herr Sam Dietz ein. Ich deute verärgert auf meine wertvolle ROLEX und erkläre den Kindern, dass Ordnung und Pünktlichkeit in der heutigen Zeit ganz besonders wichtig sind. James zuckt mit den Schultern und will nicht auf mich hören - wie unlöblich.
08.30 Uhr Nachdem uns ein Hotelknecht frischen Kaffee kredenzt hat, strebe ich zum Büfett und belade meinen Teller mit Rühreiern, gerösteten Speckstreifen, Käse und gebutterten Weissbrotscheiben (unlöblich: Toast). James und Herr Sam Dietz begnügen sich stattdessen mit Müslis und frischen Früchten.
09.00 Uhr HEUREKA - nach dem zweiten Teller muss ich leider die Segel streichen. Ich öffne vorsichtig den Knopf meiner Hose und lehne mich orangensafttrinkend zurück. James und Herr Sam Dietz unterhalten sich auf Englisch über die Arbeit an der neuen Kompaktscheibe und fachsimpeln über technischen Schnickschnack, von dem ich überhaupt gar keine Ahnung habe.
09.30 Uhr Nun wird es mir zu Bunt - ich erkläre den Kindern, dass ich nun in die Stadt gehen werde, um mich dort umzuschauen. James lacht laut und sagt, dass das Hotel zu weit von der Innenstadt entfernt liegt. Um In die Stadt zu kommen, müsste ich mir ein Taxi nehmen oder selbst mit dem Auto fahren. HEUREKA - das hat mir gerade noch gefehlt. Herr Dietz beruhigt mich redlichst und sagt, dass uns die Plattenfirma zwei Fahrzeuge zur Verfügung gestellt hat - wie aufregend. Der gute Junge händigt mir einen Schlüssel aus und erklärt, dass ich gerne über den Chevrolet Blazer verfügen kann - das ist ja auch wohl das mindeste.
10.15 Uhr Ich gehe nach Draussen und suche den Wagen redlichst. HEUREKA - nach wenigen Minuten finde ich den schicken JEEP endlich - wie schön. Ich schwinge mich hinter das Lenkrad und lasse den Motor gekonnt aufheulen - klingt gar nicht schlecht, Herr Specht.
10.45 Uhr Nachdem ich zwei Runden auf dem Hotelparkplatz gedreht habe, kehre ich nochmals in mein Zimmer zurück und packe einen Reiseführer von Nashville, sowie eine aktuelle Strassenkarte von Tennessee ein.
11.00 Uhr Endlich geht es los. Ich steuere das KFZ gekonnt auf den Broadway und brause mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Nord-Osten. Direkt am Cumberland Fluss an der zweiten Avenue stelle ich das schwarze Fahrzeug auf dem Seitenstreifen ab und steige aus. HEUREKA - dieses Treiben auf den Strassen muss man erlebt haben. Fast könnte man glauben, dass jeder Einwohner Nashvilles ein Landmusikstern (unlöblich: Countrymusicstar) ist. Ich spaziere durch Downtown und sehe viele Musikgeschäfte und Gasthäuser. Da ich wegen der Hitze von sage und schreibe 94°F (33°C) grossen Durst verspüre, kehre ich kurzerhand in eine Gaststätte namens "HOOTERS" ein und nehme direkt am Tresen platz. HEUREKA - als eine Bedienung an mich heran tritt, trifft mich fast der Schlag - die Maid ist leicht bekleidet und geizt nicht mir ihren Reizen. Natürlich verlasse ich die Spelunke sofort und kehre in ein seriöses Gasthaus namens "Second and Goal Sports Cafe" (löblich: Zweite und Tor Sport Kaffeehaus) ein - wie schön. Sofort bestelle ich mir einen kühlen Dr. Pepper und lasse mir die Brause in grossen Schlucken schmecken - das tut gut.
12.00 Uhr Nachdem ich meine Kehle ordentlich geölt habe, geht der Erkundungsspaziergang weiter. Im Reiseführer lese ich, dass die Innenstadt von Nashville im 19. Jahrhundert das Zentrum des Baumwollhandels war und heute viele Nachtclubs, Restaurants und Trinkhallen beheimatet. Besonders interessant soll ein Besuch der "Country Musik Hall of Fame" (löblich: Landmusik Halle des Ruhmes) sein - das glaube ich gerne.
12.30 Uhr Als ich zur besagten Ruhmeshalle wandere, komme ich an einer kleinen Kapelle vorbei - wie schön. Ich lasse es mir natürlich nicht nehmen, und spreche ein kurzes Gebet - schliesslich darf man gerade am Sonntag den Kirchgang nicht vergessen.
13.00 Uhr Bevor ich das Country Musik Museum besuche, erwerbe ich in einem McDonalds Schnellessgasthaus eine kühle Koka Kola Licht und eine Fleischpflanzerlsemmel mit Käse (unlöblich: Cheeseburger) und Kartoffelstäben - dieser Frass schmeckt wirklich ekelerregend. Ausserdem ist die Portion viel zu klein.
13.30 Uhr Nachdem ich 16,95 DOLLARS für den Eintritt gelöhnt habe, strebe ich durch die interessante Ausstellung und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ich begebe mich auf einen Rundgang namens "Sing me back home" (löblich: Singe mich zurück nach Hause) und lerne alles über die Geschichte der Landmusik. Auf zwei Stockwerken wird den Besuchern die Entwicklung dieser Musik chronologisch erzählt. Unter anderem sehe ich historische Instrumente, Textblätter und anderen Schnickschnack - wie aufregend.
14.15 Uhr Schliesslich schaue ich mich in der eindrucksvollen Ruhmeshalle um. HEUREKA - ich lese unzählige bekannte Namen wie z.B. Loretta Lynn, Dolly Parton, Hank Snow und sogar Elvis Presley. Hoffentlich wird mein Neffe James hier auch einmal verewigt.
15.00 Uhr Selbstverständlich darf ein Besuch im Andenkenladen nicht fehlen. Ich sehe mich genau um und suche nach löblichen Schnäppchen. Im hintersten Regal werde ich fündig und greife nach einer geschmackvollen Kaffeetasse mit Ruhmeshalle Aufdruck - Amanda wird sich über dieses Mitbringsel ganz bestimmt freuen. Ich bezahle die schöne Tasse in Bar und verlasse dann das eindrucksvolle Gebäude. HEUREKA - als ich hinaustrete, trifft mich beinahe der Schlag. Diese Hitze haut wirklich den stärksten Rentner um.
15.30 Uhr Endlich habe ich den Chevrolet Blazer erreicht und kann die Heimfahrt antreten. Ich brause mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Hotel und schalte das Radio an. Bei den Klängen von Dolly Partons "9 to 5" kommt sofort gute Laune auf. Ich singe laut mit und überfahre dummerweise eine rote Ampel. HEUREKA - zum Glück ist am Sonntag nur sehr wenig Verkehr. Konzentriert setze ich die Fahrt fort und achte genau auf die anderen Verkehrsteilnehmer.
16.00 Uhr Nachdem ich den Wagen sicher vor dem Hotel geparkt habe, gehe ich sofort auf mein löbliches Zimmer und lasse mich erschöpft aufs Bett fallen. Einen kleinen Mittagsschlaf habe ich mir jetzt redlichst verdient.
17.15 Uhr Lautes und sehr aggressives Telefonklingeln weckt mich unlöblichst. Ich greife zum Fernsprecher und habe meinen Neffen in der Leitung. James erklärt, dass er heute Abend Leute von seiner Plattenfirma treffen wird. Ich mache dem Jungen klar, dass ich an diesen geschäftlichen Dingen nicht interessiert bin und deshalb nicht mitkommen werde.
18.00 Uhr Frisch geduscht und in moderner Tschiens und Hawaiihemd verlasse ich gutgelaunt das Hotel und spaziere in Richtung Innenstadt. Schon nach wenigen Metern werde ich auf ein schönes Gasthaus namens "Parkers Bar & Grill" aufmerksam und trete sofort ein. Ein netter Herr begrüsst mich freundlichst und geleitet mich zu einem Tisch direkt am Fenster - wie schön. Ich studiere die Speisekarte ganz genau und bestelle gleich ein kühles Bier. Zum löblichen Abendessen wähle ich ein delikates Nudelgericht mit Krabben in Weissweinsosse. Dazu gibt es frisches Brot und einen knackigen, aber keuschen Salat.
18.30 Uhr Ich lasse mir das schmackhafte Essen redlichst munden und bestelle noch ein weiteres Budweiser Bier. Nebenbei blättere ich im Reiseführer und mache mir meine eigenen Gedanken.
19.15 Uhr Nachdem mir eine kleine Kellnerin namens Jessica die gesalzene Rechnung präsentiert hat, bezahle ich redlichst und gebe sogar ein stattliches Trinkgeld. Die Dame möchte wissen, ob ich geschäftlich in Nashville bin oder Urlaub mache. Ich berichte Frau Jessica stolz, dass ich aus dem schönen Land Bayern komme und meinen Neffen nach Nashville begleitet habe. Leider hat die gute Frau noch niemals etwas von James Musikgruppe gehört - wie schade. Ich verabschiede mich redlichst und spaziere zurück zum Hotel.
19.45 Uhr Düdeldü - einem gemütlichen Fernsehabend dürfte jetzt nicht mehr im Weg stehen. Ich lege die Füsse hoch und betätige die moderne Fernbedienung. Bei so vielen Programmen fällt die Auswahl gar nicht so leicht. Schliesslich lande ich auf einem Sender Landmusikkanal und verfolge eine löbliche Schau namens "Music City 4th of July Spectacular" (löblich: Musikstadt 4. Juli Spektakel) - wie aufregend. Neben stimmungsvoller Musik steht auch ein eindrucksvolles Feuerwerk im Riverfront Park hier in Nashville auf dem Programm.
21.15 Uhr Langsam werde ich müde. Ich gähne laut und schalte das Fernsehgerät ab. Ich nehme noch schnell eine kalte Dusche und gehe dann ins Bett. Gute Nacht.

Mein schöner Chevrolet Blazer:

http://pfaffenberg.permuda.net/blazer.jpg

Meine Untermieterin Sandra:

http://pfaffenberg.permuda.net/sandra.html

Bericht: Schnellessen bei MäcDonalds:

http://pfaffenberg.permuda.net/schnellessen.html

Die Landmusik Halle des Ruhmes:

http://www.countrymusichalloffame.com/

 

verfasst von Reinhard Pfaffenberg am 10.07.2005
© Reinhard Pfaffenberg