Reinhard Pfaffenbergs löbliches Tagebuch Archiv

 

 

09.07.2005

09.07.2005
06.00 Uhr Ich erwache löblichst und springe mit Elan aus den Federn. HEUREKA - schon in wenigen Stunden werde ich den Atlantik redlichst überqueren.
06.30 Uhr Nach der Morgengymnastik am geöffneten Fenster nehme ich ein erquickendes Vollbad. Ich wasche und rasiere mich redlichst und lausche nebenbei einer schönen Elvis Presley Kompaktscheibe. Beim schönen Lied "You gave me a Mountain" (löblich: Du gabst mir einen Berg) singe ich laut mit.
07.30 Uhr Ich ziehe einen modischen Sommeranzug an und begebe mich dann zum Frühstück in die Küche. Da Sandra immer noch schläft, ist heute ein schönes Samstagfrühstück gewährleistet - wie schön. Ich brate zwei Spiegeleier heraus und bereite geröstetes Weissbrot (löblich: Toast) zu. Ferner gibt es Erdbeerjoghurt und einen keuschen Apfel - das schmeckt. Nebenbei blättere ich in der Zeitung und erfahre, dass der amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld heute seinen 73. Geburtstag feiert - wie schön. Wie jedes Kind weiss, ist Herr Rumsfeld der Sohn deutscher Einwanderer und Absolvent der löblichen Princeton Universität in New Jersey. Nachdem er als Bankangestellter seine ersten Brötchen verdient hatte, ging er 1974 in die Politik und war der knapp ein Jahr später der jüngste Verteidigungsminister aller Zeiten. In jüngster Vergangenheit war der gute Mann massgeblich an der löblichen Befreiung Afghanistans und des Iraks beteiligt. Unter anderem wurde Donald Rumsfeld sogar die "Presidential Medal of Freedom" (löblich: Präsidiale Freiheitsmedaille) verliehen - wie aufregend.
08.15 Uhr Sandra kommt im Schlafanzug herein und leistet mir Gesellschaft. Während wir redlichst über meinen Ausflug nach Nashville plaudern, ermahne ich das Kind nochmals zur Löblichkeit und mache sie darauf aufmerksam, dass Admiral a.D. Bürstenbinder täglich im Eigenheim vorbei schauen wird.
09.00 Uhr Ich überprüfe ein letztes Mal meine Reiseunterlagen und verstaue zusätzliche 500 EUROS im Koffer - man kann ja nie wissen.
09.30 Uhr Pünktlich auf die Minute gehe ich nach Draussen und klingle im Waldweg 5. Amanda öffnet die Türe und wünscht mir einen guten Morgen. James rennt im Haus auf und ab und sucht seinen Reisepass - wie unlöblich. Ich gehe dem Jungen natürlich zur Hand und suche mit. Dummerweise fällt mir in der Küche die Zuckerdose zu Boden und zerschellt in Tausend Stücke. HEUREKA - natürlich schiebe ich das Malör auf Katze Micky.
09.45 Uhr Endlich hat James seinen löblichen kanadischen Pass gefunden. Jetzt steht der Abreise nichts mehr im Weg - wie schön.
10.00 Uhr Während mein Neffe seine beiden Gitarren auf dem Rücksitz des Jaguars verstaut, quetsche ich mich ebenfalls in den Fond des keuschen Fahrzeugs und dränge zur Abreise. Ungeduldig blicke ich auf meine hochwertige Uhr und mache die Kinder darauf aufmerksam, dass der Flug bereits in knapp zwei Stunden starten wird.
10.15 Uhr Amanda übernimmt das Steuer und kutschiert uns redlichst zum Franz-Josef Strauss Flughafen ins Erdinger Moos.
10.45 Uhr Wir treffen am Terminal 2 (löblich: Abflughalle 2) ein und verabschieden uns redlichst von Amanda. Anschliessend schleppen wir das schwere Gepäck zum Schalter der Lufthansa. Eine keusche Maid nimmt unsere Koffer entgegen und überreicht uns löbliche Einsteigekarten nach Washington bzw. für den Weiterflug nach Nashville – wie schön.
11.30 Uhr Wir sitzen entspannt am Tor (unlöblich: Gate) und warten auf den Abflug. Ein Lufthansaheini macht eine Sprechdurchsage und erklärt, dass wir die Maschine um 11.45 Uhr besteigen dürfen - wie aufregend. Ich gehe selbstverständlich davon aus, dass Rentner Vortritt haben.
11.45 Uhr Endlich können wir die Boeing 777 der UNITED AIRLINES (löblich: Vereinigte Fluglinien) besteigen. Ich begrüsse die keuschen Flugbegleiterinnen uns lasse mich auf meinem löblichen Sitz 14A nieder. Zu meiner Überraschung darf ich heute zum ersten Mal in der "Business Class" (löblich: Geschäftsklasse) reisen - diese Beinfreiheit muss man erlebt haben.
12.28 Uhr Mit halbstündiger Verspätung geht es jetzt endlich los. Das Flugzeug erhebt sich mit einem ungeheuerlichem Lärm in die Luft und dreht sofort in Richtung Norden ab - wie aufregend.
13.15 Uhr Endlich kommt eine Flugbegleiterin daher und serviert Getränke. James gibt der Maid weltmännisch zu verstehen, dass wir gerne Champagner (löblich: französischen Schaumwein) auf Eis hätten. Wenige Minuten später kommt die Maid zurück und bringt uns den perlenden Trunk, sowie Lesematerial und eine löbliche Speisekarte.
14.30 Uhr Jetzt wird das löbliche Mittagessen serviert. Während James ein Rinderfilet mit Kartoffeln und Gemüse wählt, entscheide ich mich für eine keusche Seezunge in Weissweinsosse mit Gemüse. Dazu lasse ich mir einen Fläschchen Weisswein aus Kalifornien kredenzen - das schmeckt.
15.30 Uhr James arbeitet nun an seinem Knieoberseitenrechner und schreibt Amanda einen elektronischen Brief - wie löblich. Ich richte schöne Grüsse aus und lese dann meinen spannenden Agatha Christie Kriminalroman weiter.
16.30 Uhr Nun greife ich auch zum tragbaren Heimrechner und segle auf meine schöne Heimseite - wie aufregend. Natürlich besuche ich umgehend meinen Plauderkanal und begrüsse die Sprechkanalteilnehmer redlichst.
17.00 Uhr Düdeldü - ich gehe im Flugzeug auf und ab und statte der Touristenklasse einen Besuch ab. HEUREKA - dieses Gedränge muss man gesehen haben. Ich spreche eine kleine Frau an und erkläre ihr, dass man in der Geschäftsklasse sehr viel angenehmer reist.
17.30 Uhr Ich kehre auf meinen Platz zurück und stelle meine hochwertige ROLEX auf die amerikanische Ostküstenzeit um. HEUREKA - es ist genau 11.31 Uhr - wie aufregend.
12.00 Uhr Nun wird es Zeit für ein kleines Mittagsschläfchen. Ich lehne mich entspannt zurück und schlafe auch gleich ein.
13.45 Uhr Mein löblicher Neffe weckt mich redlichst und erklärt, dass nun eine kleine Brotzeit auf dem Programm steht. Eine Flugbegleiterin kommt daher und serviert uns eine keusche kalte Platte mit Käse, Wurst, Brot und Salat - wie schön. Dazu lassen wir uns kühle Biere schmecken. Just als ich kraftvoll in ein Käsebrot beisse, macht der löbliche Flugkapitän eine weitere Sprechdurchsage. Der Mann sagt, dass wir um 15.05 Uhr auf dem Dulles Flughafen in Washington D. C. landen werden - wie aufregend.
14.30 Uhr Ich schaue gespannt aus dem Fenster und kann schon Strassen, Flüsse und Wälder sehen. James meint, dass der anstrengendste Teil der Reise erst noch kommt - immerhin müssen wir heute noch bis nach Nashville reisen.
15.05 Uhr Mit lautem Gedröhne landet die hochwertige Maschine in Washington. Der Kapitän steuert das Flugzeug ohne Umwege zur Abstellposition und parkt redlichst. Danach werden wir in merkwürdige gabelstaplerartige Gefährte verfrachtet und zur Ankunftshalle kutschiert.
15.45 Uhr Endlich werden wir von einem Beamten der redlichen Einwanderungsbehörde begrüsst. Der gute Mann fragt nach dem Rechten und möchte den Grund unseres Besuches wissen. James erklärt dem Heini ganz genau, was wir vorhaben und überreicht ihm unsere Pässe. Der Beamte wünscht uns einen schönen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten von Amerika und will trotzdem unsere löblichen Fingerabdrücke haben - wie unlöblich. Wiederwillig lege ich meinen Zeigefinger auf eine elektronische Gerätschaft und gehe dann verärgert weiter. HEUREKA - als unbescholtener Rentner sollte ich mir eine solche Behandlung eigentlich nicht gefallen lassen. Aber Dank Osama Bin Laden werden neuerdings alle Reisenden ganz genau überprüft. Allerdings sollten die amerikanischen Freunde Benjamin Franklins Ausspruch nicht vergessen: "Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren" - wie Recht der gute Mann doch hatte.
16.30 Uhr Nachdem wir unser Gepäck erneut bei den Vereinigten Fluglinien abgegeben (unlöblich: eingetscheckt) haben, wandern wir entspannt durch den schönen Flughafen in Richtung Abflugtor. Wir begutachten die Auslagen in den Schaufenstern ganz genau und suchen nach Schnäppchen. HEUREKA - leider finden wir nichts. Stattdessen kaufen wir uns zwei schöne Eis am Stiel für sage und schreibe 1,99 DOLLARS und wandern weiter zum Abflugtor nach Nashville.
17.00 Uhr Wir besteigen eine kleine Düsenmaschine der Marke "Canadair RJ" und nehmen in den bequemen Ledersitzen platz. Ich gähne laut und stelle meine Uhr erneut eine Stunde zurück. Immerhin befindet sich Nashville in der "Central Time Zone" (löblich: Zentral Zeitzone).
16.18 Uhr Mit quietschenden Reifen geht es nun weiter in Richtung Süden. Das Flugzeug erhebt sich mit lautem Getöse und bricht durch die Wolkendecke. James stimmt das Lied "Spirit in the Sky" (löblich: Geist in der Luft) an und freut sich schon, seine Musikkollegen in Nashville zu treffen. Hoffentlich halten die Heinis Wort und holen uns wie vereinbart am Flughafen ab - ein teures Taxi ist in meinem Budget nämlich nicht vorgesehen.
17.30 Uhr Die Maschine ist im Sinkflug und ich schaue gespannt aus dem Fenster. Bei genauem Hinsehen glaube ich sogar, ein zigarrerauchendes Krokodil zu sehen - jetzt sind wir wirklich im tiefen Süden.
17.55 Uhr Der Kapitän landet das Flugzeug sicher auf dem "Nashville International Airport" - wie schön. Nun haben wir die anstrengende Reise hinter uns gebracht. Ich schnaufe laut und springe sofort von meinem Sitz - Rentner haben bekanntlich immer Vortritt.
18.15 Uhr Wir verlassen als erste den Vogel und streben zur Gepäckausgabe. HEUREKA - schon nach wenigen Minuten finden wir unser Gepäck redlichst kreisend vor - wie schön. Wir wuchten die Koffer und James Gitarren vom Band und streben dann unaufhaltsam dem Ausgang zu.
18.30 Uhr Als wir durch den Ausgang treten, werden wir redlichst von Herrn Sam Dietz begrüsst - wie schön. Der gute Junge wünscht uns einen schönen Tag und erzählt, dass er schon seit gestern in der Stadt ist und letzte Nacht mit mehreren Mädchen "abgefeiert" hat - wie unlöblich. Ich ermahne den jungen Mann zur Löblichkeit und lasse ihn dann meinen schweren Koffer tragen - als Rentner kann ich mich schliesslich nicht um alles kümmern.
19.00 Uhr Wir verfrachten unsere Koffer in ein von James Plattenfirma bereitgestelltes Auto und brausen mit hoher Geschwindigkeit in die Stadt. Schon während der Fahrt fallen mir beinahe die Augen zu - kein Wunder, zuhause ist es bereits 02.00 Uhr Morgens.
19.45 Uhr Endlich treffen wir am löblichen Marriott Hotel ein. Ich betrachte den stolzen Bau ganz genau und stelle fest, dass sich James Plattenfirma offensichtlich nicht lumpen lässt. Bei der Herberge handelt es sich immerhin um ein Luxushotel - wie schön.
20.15 Uhr Wir lassen uns von einer rothaarigen Hotelmaid die elektronischen Zimmerkarten aushändigen und besuchen anschliessend mit Herrn Sam Dietz eine hoteleigene Gaststätte namens "Latitude Restaurant". Nach dieser langen Reise darf ein deftiges Abendessen natürlich nicht fehlen.
20.30 Uhr Ich fackle nicht lange und wähle ein schönes Budweiser Bier und ein gesundes Steak (löblich: Schnitzel) mit keuscher Ofenkartoffel - wie gut das duftet.
21.00 Uhr Während ich mir das delikate Essen schmecken lasse, erfahre ich, dass der Rest von James Kombo erst morgen in Nashville eintreffen wird - das soll mir ganz Recht sein.
21.45 Uhr Ich gähne laut und verabschiede mich von den Kindern. Danach fahre ich im Aufzug in den 7. Stock und gehe auf mein Zimmer. Ich schaffe es gerade noch, meine Kleider ordentlich über einen Stuhl zu legen und falle dann todmüde ins Bett. Gute Nacht.

Das Flugzeug der Vereinten Fluglinie:

http://pfaffenberg.permuda.net/ua777.jpg

Unsere Unterkunft in Nashville:

http://pfaffenberg.permuda.net/marriottnash.jpg

Die löbliche Heimseite des Hotels:

http://marriott.com/property/propertypage/BNAAV

 

verfasst von Reinhard Pfaffenberg am 09.07.2005
© Reinhard Pfaffenberg